Konsortialführung LeAf Trauma
Dr.-Ing. Christine Höfer

Akademie der Unfallchirurgie
Emil-Riedel-Straße 5
80538 München

leaf-trauma@auc-online.de
+49 89540481128

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Hintergrund

Jedes Jahr erleiden ca. 30.000 Menschen in Deutschland ein schweres körperliches Trauma, dem ein Behandlungsweg mit vielen Stationen und Akteuren im Gesundheitssystem folgt: z. B. Rettungsdienst, Krankenhaus, Rehabilitation und Nachsorge.
Oft leiden Menschen noch lange nach einer schweren Verletzung an Funktionseinschränkungen, Schmerzen und psychosomatischen Erkrankungen, die ihre Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.
Die Genesung dieser Patientinnen und Patienten hängt von verschiedenen Faktoren ab, die in der LeAf Trauma Studie untersucht werden.

Das innovationsfond-gefördertes Versorgungsforschungsprojekt LeAf Trauma  ist hervorgegangen aus den Aktivitäten der Outcome-Polytrauma Gruppe der Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. 2018 startete ein Pilotprojekt zur Erfassung des Outcomes von Schwerverletzten.

Ziele

Die LeAf Trauma Studie will Einflussfaktoren ermitteln, welche die Genesung Schwerverletzter unterstützen und beschleunigen können sowie Handlungsempfehlungen erarbeiten, die die Versorgung dieser Patienten langfristig verbessern.

Die Projektbeteiligten nehmen insbesondere die beeinflussbaren Risikofaktoren, und in welchem Maße diese den Genesungsfortschritt prägen, in den Blick. Als Zeichen für eine vollständige Erholung wird die Lebensqualität sowie die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit gemessen. Diese wirkt sich durch die Möglichkeit zur Stärkung der sozialen Teilhabe positiv auf die Betroffenen aus und trägt zur finanziellen Entlastung der Gesellschaft bei.

Der Nutzen des Projekts LeAf Trauma für schwerverletzte Patienten kommt unmittelbar bei Transfer der erwarteten Erkenntnisse in die Versorgung zustande. Die Ableitung von Empfehlungen und Maßnahmen als Projektergebnis ist hierfür die Basis

Das LeAf Trauma Projekt im Überblick

Im Projekt LeAf Trauma soll der gesamte Behandlungsverlauf und das Outcome von einem heterogenen Kollektiv an Schwerverletzten 18 Monate lang über Sektorengrenzen hinweg erfasst und erstmalig um die individuellen Erfahrungen der Patienten via PREM (patient-reported experience measures) ergänzt werden.

Die LeAf Trauma Studie

  • Populationsbezogene, prospektive, multizentrische Kohortenstudie mit schwerverletzten Patienten
  • Baseline-Erhebung bei Entlassung und Befragung 6, 12, und 18 Monate nach Trauma
  • Zusammenarbeit mit rund 60 Studienkliniken in ganz Deutschland

Einschlusskriterien

  • Schwerverletzte Patienten (Maximum Abbreviated Injury Scale MAIS ≥ 3)
  • Akutbehandlung überlebt
  • Alter 18 bis 55 Jahre

Ausschlusskriterien

  • Keine Kommunikationsfähigkeit am Ende des Akutaufenthalts (Glasgow Coma Scale GCS < 8) ​
  • Sprachniveau < B1 (Sprachniveaustufen nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen)​
  • Kein fester Wohnsitz

Fokus der qualitativen Interviews ist die Identifizierung von problematischen Schnittstellen in der sektorenübergreifenden Versorgung von Schwerst- und Schwerverletzten sowie die Exploration von Patientenperspektiven auf die Rückkehr in die Arbeitswelt nach schwerem Trauma, die Identifikation von Einflussfaktoren auf das Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit sowie die Entwicklung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (hrQoL) nach schwerem Trauma bis zum Wiedereintritt in das Arbeitsleben.

  • Befragung von Experten und Patienten in qualitativen Interviews zur Erstellung von Erhebungsinstrumente, die Probleme der Schwerverletztenversorgung reflektieren
  • Erarbeitung passgenauer PREMs (patient-reported experience measures) und PROMs (patient-reported outcome measures)

Ebenso wird erstmalig der Patientenpfad anhand von Sekundärdaten durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) zeitlich inhaltlich bis zum Wiedereintritt in die Arbeit charakterisiert werden.

  • Retrospektive Studie mit Sekundärdaten des WIdO (AOK) von 33.000 Patienten

Einschlusskriterien

  • Daten aus 2015-2017 von schwerverletzten Patienten (Trauma-Diagnosen)
  • Akutbehandlung überlebt
  • Alter 18-55 Jahre